Die Umweltsünden der Menschen haben weit größere und schlimmere Auswirkungen als angenommen. Auch der tropische Regenwald – unsere „Grüne Lunge der Erde“ ist massiv bedroht. Die Zerstörung des Tropischen Regenwaldes gefährdet die Menschheit und die Natur. Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sind im Tropischen Regenwald beheimatet. Sie gibt es sonst nirgendwo auf der Welt. Und sicherlich gibt es noch viele unbekannte Pflanzen und Tiere, denn nur ein geringer Teil des dortigen Lebens wurde bisher erforscht. Wegen der massiven Vernichtung von immens großen Waldflächen ist der Regenwald mit all seinen Tier- und Pflanzenarten stark bedroht. Aber nicht nur die Bewohner des Regenwaldes werden mit den Auswirkungen der Regenwaldzerstörung zu kämpfen haben, sondern auch das gesamte Erdklima verändert sich dadurch.

Ökosystem Regenwald

Tropische Regenwälder gibt es in den Regionen um:
– Südamerika
– Mittelamerika
– Südasien
– Afrika
– Australien.
Für den Regenwald ist der Stockwerkbau typisch. Hohe Regenwaldbäume, Baumgräser und Pflanzen von mittlerer Höhe wachsen neben- und aufeinander und können somit das Licht viel besser nutzen. Sonnenlicht braucht eben jede Pflanze zum Wachsen. Der Regenwald bildet sein eigenes Ökosystem, indem jedes Tier und jede Pflanze seine eigene Aufgabe besitzt. Der Regenwald nährt sich somit selbst durch seinen eigenen, einzigartigen Kreislauf. Die Bedingungen, damit die Pflanzen hier schnell wachsen können, sind ideal – das ganze Jahr über gibt es warmes und feuchtes Klima. Die Pflanzen können somit das ganze Jahr über wachsen.

Grüne Lunge

Die Wurzeln der Bäume legen sehr flach im Boden. Sie berühren die Mykorrhiza-Pilze, eine bestimmte Pilzart, die entscheidend für den Nährstoffkreislauf des Regenwaldes sind. Diese Pilze können Mineralstoffe und Wasser sehr schnell aus dem Boden lösen – viel schneller als die Pflanzen. Die Pilze liefern den Pflanzen deshalb wichtige Nährsalze und Wasser und erhalten im Gegenzug lebenswichtige Stoffe, die durch die Photosynthese der Pflanzen entstanden sind. Die Pilze und die Pflanzen leben also vorteilhaft zusammen.

Photosynthese

Die Photosynthese wird für das Wachstum der Pflanzen benötigt. Dabei wird mithilfe des Sonnenlichts aus der Luft aufgenommenes Kohlendioxid und Wasser in Sauerstoff und Traubenzucker umgewandelt. Die Pflanze benötigt den Traubenzucker zum Aufbau und zum Wachsen. Der Sauerstoff wird in die Luft abgegeben. Für uns Menschen ist dieser produzierte Sauerstoff lebensnotwendig. Immerhin ist der Regenwald nach den Meeresalgen der größte Sauerstoff-Produzent.

Katastrophale Auswirkungen

In etwa zwei Jahrzehnten kann die Hälfte der heutigen Regenwälder verschwunden sein, wenn nicht endlich mit der massiven Regenwaldzerstörung aufgehört wird und konkrete, wirkungsvolle Maßnahmen für den Erhalt dieser Wälder ergriffen werden. Viele unbekannte Pflanzen- und Tierarten würden einfach so aussterben, bevor wir Menschen sie überhaupt entdecken konnten. Das Artensterben wäre unvorstellbar groß. Aber nicht nur das Aussterben verschiedener Arten hätte katastrophale Auswirkungen – die globale Erderwärmung wäre dann nicht mehr aufzuhalten. Es würden viele Milliarden Tonnen zusätzlichen Kohlenstoffdioxid freigesetzt werden, was zum Treibhauseffekt beiträgt. Der Kohlenstoffdioxid-Gehalt würde um ein Viertel ansteigen, wenn es keine Regenwälder mehr gäbe. Durch die Regenwälder wird unsere Erdatmosphäre bedeutend gekühlt. Über dem feuchtwarmen Regenwald befindet sich eine riesige Wolkendecke, die Sonnenstrahlen abhält. Gerade in den Tropen ist die Sonneneinstrahlung sehr hoch. Zur Kühlung lassen die Pflanzen deshalb Wasser auf der Blattoberfläche verdunsten. Diese Feuchtigkeit steigt auf und führt zu der extremen Wolkenbildung über dem Regenwald. Der Regen in regelmäßigen Abständen kommt dem Regenwals dann wieder zugute. Somit erhält der Regenwald ein Viertel seines gesamten Wasserhaushalts.

Abholzung und Zerstörung

Die Menschen begannen schon vor 100 Jahren mit der Abholzung des Regenwaldes. Damals ging die Abholzung noch relativ langsam vor sich, doch in der heutigen Zeit nehmen die Ausmaße der Abholzung und Zerstörung enorme und besorgniserregende Maße an. Seit 1950 hat sich die Fläche der Tropischen Regenwälder nach Schätzungen fast halbiert. Die Gründe der Abholzung sind verschiedene:
– edle Hölzer (Mahagoni, Teakholz)
– diese begehrten Holzarten können teuer verkauft werden
– andere Bäume dienen als Bauholz
– Papierverarbeitung
– Landgewinnung durch Rodung
– Plantagen und Weideflächen für die Landwirtschaft entstehen auf gerodeten Flächen
– auf gerodeten Flächen wird Soja angebaut (Futtermittel für Massentierhaltung)
– Goldsuchen
– Öl.

Bedrohte Tierarten

16000 Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Auf der Roten Liste stehen 41000 gefährdete Tier- und Pflanzenarten (jedes 4. Säugetier, jeder 8. Vogel und 70% aller Pflanzen). Stark bedroht sind:
– Orang-Utans
– Westliche Gorilla
– Schildkrötenarten
– Schlangenarten
– viele Reptilien.

Indigene Völker

picture by: Jorge Illich-Gejo

In den Tropischen Regenwäldern leben auch indigene Völker, wie beispielsweise die Penan und Yanomami. Sie bauen sich aus den Pflanzen ihre Hütten, Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände. Verschiedene Pflanzenarten dienen diesen Naturvölkern auch als Nahrungsquelle, Heilmittel, Gifte für Pfeile oder zur Körperbemalung. Diese Naturvölker leben von der Jagd, dem Fischfang und vom Anbau der Feldfrüchte. Diese Naturvölker achten bei der Bewirtschaftung darauf, dass die Regenwälder nicht zerstört werden. Neben den wild wachsenden Bäumen bauen sie verschiedene Pflanzenarten über die ganze Höhe der Wälder an. Durch die Vernichtung der Regenwälder ist auch die Lebensgrundlage dieser Naturvölker in Gefahr. Durch die eingeschleppten Krankheiten der Eindringlinge in die Lebensräume der Naturvölker sind sie akut gefährdet, da die Naturvölker noch keine Abwehrstoffe gebildet haben. Harmlose Krankheiten können somit tödlich für die Naturvölker enden.

Fazit

Es ist erschreckend, in welcher Geschwindigkeit die Zerstörung der Tropischen Regenwälder vor sich geht. Für uns alle hätte das katastrophale Auswirkungen. Und selbst, wenn unsere Generation da herum kommt, werden wohl unsere Kinder und Enkel betroffen sein – wenn wir nicht endlich aufwachen und etwas gegen die Zerstörung der Regenwälder unternehmen. Die Profitgier kann nicht unsere ganze Pflanzen- und Tierarten ausrotten. Und auch uns Menschen wird es dann bald nicht mehr möglich sein, auf der Erde zu überleben. Die Bedingungen sind einfach nicht mehr lebenswert. Ich hoffe sehr, dass sich die Menschheit noch rechtzeitig besinnt und Respekt der Natur entgegen bringt. Nur so können wir alle leben und auch unseren Nachkommen ein lebenswertes Zuhause bieten.