Honig im Kopf [Test]
88%Overall Score
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92%

Ich habe mich sehr auf diesen Film gefreut, denn ich habe im Vorfeld schon viele positive Meinungen von Bekannten und Arbeitskollegen über diesen Film gehört.

 

Quelle: Bild.de
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Film-Inhalt

Niko (gespielt von Til Schweiger) und seine Familie erleben mit, wie Nikos Vater immer vergesslicher wird und langsam auch sein Erinnerungsvermögen verliert. Anfangs wollte es die Familie nicht wahrhaben, aber irgendwann ist es nicht mehr zu übersehen, dass der Vater Amadeus (gespielt von Dieter Hallervorden) Probleme hat. Die elfjährige Tilda (gespielt von Emma Schweiger) kümmert sich rührend um ihren Großvater. Sie versucht ihm zu helfen, die Erinnerungen beizubehalten. Mit ihr spricht der Großvater auch über sein einzig im Gedächtnis gebliebenes Ereignis: Er hatte damals seine Frau in Venedig kennengelernt. Alles von diesem Aufenthalt weiß er noch und teilt es mit seiner Enkeltochter. Die Ereignisse in der Gegenwart allerdings hat er sehr schnell wieder vergessen. Manchmal vergisst er sogar, dass seine Frau schon einige Jahre tot ist.

 

Die Enkeltochter hat mitbekommen, dass sich ihr Vater und seine Frau darüber unterhalten haben, den Großvater ins Heim zu bringen. Besonders die Lebensgefährtin von Tildas Vater stresst die Situation zusammen mit dem alten Mann sehr. Sie können die schwierige Pflege des Alzheimer-erkrankten Amadeus nicht mehr leisten. Tilda ist darüber sehr erschrocken und macht sich kurzerhand zusammen mit dem Großvater auf den Weg nach Venedig. Es wird eine abenteuerliche Reise mit einigen Hürden. Tildas Papa und seine Lebensgefährtin heften sich an ihre Fersen und verbringen ein paar überraschende Tage in Venedig. Tilda muss leider feststellen, dass es sehr gefährlich werden kann, allein auf ihren geliebten Großvater aufzupassen. Im richtigen Augenblick kommen zum Glück ihre Eltern.

 

Meine Erfahrungen

Dieser Film ist etwas ganz besonderes. Er ist sehr persönlich und äußerst berührend. Dennoch konnte ich ganz oft im Film lachen. Und genau diese beiden Elemente – Drama und Komödie – machen den Film so einzigartig und realistisch. Ich konnte gerade am Ende des Filmes meine Tränen nicht mehr zurückhalten.

 

Ich selbst hoffe, dass mir so eine schlimme Erkrankung erspart bleibt. Dennoch habe ich schon von vielen Freunden und Bekannten über ähnliche Schicksalsschläge erfahren. Es ist nicht einfach, mit dieser Erkrankung umzugehen – sowohl für den Beteiligten selbst als auch für seine Angehörigen. Til Schweiger hat ein bewegendes Thema für seinen Film gewählt, an das sich bisher kaum ein Regisseur getraut hat. Was mich besonders beeindruckt hat, ist der Spagat zwischen herzlichem Lachen und berührenden Schweigen. Die Schauspieler haben großartig gespielt – besonders die Leistung von Dieter Hallervorden hat mich überzeugt.

 

Ich war überrascht, über die Tiefe des Films. Mit Herz und dem nötigen Ernst gelingt es Til Schweiger, ein berührendes Roadmovie in die Kinos zu bringen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand von diesem Film nicht berührt wird. Ich jedenfalls war total berührt. Ich habe gelacht, ich habe geweint und ich habe lange nachgedacht. Der Film wirkt nach – und wenn das ein Film erreicht, dann ist er besonders wertvoll.

Regie: Til Schweiger

Darsteller: Til Schweiger, Dieter Hallervorden, Emma Schweiger, Jeanette Hain, Katharina Thalbach, Fahri Yardim, Claudia Michelsen, Tilo Prückner, Jan Josef Liefers