Es hört sich vielleicht an wie ein Märchen doch es gibt sie wirklich. Kinder die nur überlebten, weil sie sich an das Leben wie Tiere anpassten. Es gibt natürlich einige Mythen über solche Wolfskinder, allerdings wurden viele nie bewiesen oder bestätigt. Doch es gibt einige Fälle die über die Jahre dokumentiert wurden. Einige Schicksale sind durchaus traurig aber auch schön zugleich, denn die Kinder haben überlebt.

Die kleine Natasha wurde 2009 in einer unbeheizten, verwahrlosten Wohnung gefunden. Ihre Eltern hielten sie offenbar wie ein Haustier. Die Hunde und Katzen nahmen sie bei sich auf und so verhielt sich Natasha wie einer von ihnen. Sie bellte anstatt zu sprechen und lief auf allen Vieren. Sie befindet sich seit ihrem Fund unter psychologischer Beobachtung in einem Waisenhaus.

Weitere Fälle sind Bello und John die von Schimpansen aufgenommen wurden. 1996 wurde Bello im Norden Nigerias gefunden. Der kleine Junge war im Alter von 6 Monaten von seinen Eltern ausgesetzt worden weil er körperlich und geistig behindert auf die Welt kam. Als man ihn fand, kreischte er wie ein Schimpanse und ließ seine Arme beim Laufen auf dem Boden schleifen. Er legte dieses Verhalten nie ab und starb 2005. John wurde bereits in den 80er-Jahren geboren, er rannte mit vier Jahren von Zuhause fort nachdem er mitansehen musste wie sein Vater seine Mutter ermordete. Er wurde 1991 bei einer Gruppe grüner Meerkatzen entdeckt die ihn als Mitläufer akzeptierten und ihm etwas von ihrer Nahrung abgaben. Als er eingefangen werden sollte versuchten die Tiere ihn zu beschützen und warfen mit Steinen und Stöcken. Anfangs konnte John weder sprechen noch lachen oder weinen, doch er lernte schnell. Er sang sogar einige Zeit später in einem Schülerchor.

Ein besonders außergewöhnlicher Fall ist der von Vanya, seine Mutter sprach nicht mit ihm und so wa die einzige Gesellschaft die er hatte und kannte seine beiden Wellensittiche. Der Junge befindet sich aktuell in einer Einrichtung zur Förderung, sein Entwicklungsstand ist nicht bekannt.

picture by: Levi Saunders

1998 wurde in Russland in den Straßen Moskau´s ein Junge entdeckt der mit streunenden Hunden lebte. Ivan floh vor dem gewalttätigen Freund seiner Mutter und bettelte tagsüber bei Passanten nach etwas essbarem. Er teilte es mit den Streunern und gewann so ihr Vertrauen. Er lernte Bellen und wurde zu ihrem Anführer. Die Tiere hielten ihn Nachts warm und so überlebte er einige Zeit auf der Straße. Dreimal versuchte man ihn einzufangen, doch die Tiere beschützen ihn. Nur mit einem Trick gelang es ihn von dem Rudel zu trennen und man brachte ihn in ein Waisenhaus. Er wurde erfolgreich vermittelt und nach vier Jahren konnte er perfekt sprechen und ging zur Schule.

Der spektakulärste Fall ist wohl der von Kamala und Amala. Die beiden Mädchen wurden in einer Wolfshöhle gefunden. Offenbar sah die Wölfin die beiden als ihre Jungtiere an und verteidigte sie, doch es gelang sie einzufangen. Dies geschah bereits 1920. Als sie von einem Missionar entdeckt und gefangen wurden kamen sie in ein Waisenhaus, Kamala war damals 8 Jahre alt und Amala gerade einmal 18 Monate. Sie besaßen einzigartige Fähigkeiten. Durch die dunkele Höhle hatten sie gelernt auch im Dunkeln sehen zu können und sie hatten einen sehr stark ausgeprägten Geruchssinn. Menschen, Tiere oder Nahrung rochen sie bereits auf 60 m Entfernung. Sie bewegten sich auf allen Vieren und lehnten gekochtes Essen ab. Amala verstarb leider mit nicht ganz 3 Jahren, Kamala hingegen lebte noch bis zu ihrem 16. Lebensjahr befand sich allerdings nur auf dem Stand einer 4 jährigen.

 

 

Quelle:    bild.de

                 merkur.de