Manga & Anime – Was ist das eigentlich?

 

„Manga“ (Plural: Manga) ist schlichtweg der japanische Begriff für Comics, oder genauer gesagt: japanische Comics bzw. aus Japan stammende Comics.

Viele verwechseln diesen Begriff oft mit „Anime“, jedoch handelt es sich bei einem Anime (animēshon) um in Japan produzierte Zeichentrickfilme und bildet somit das passende Gegenstück zum Manga.

Charakteristisch für Manga/Anime sind unter anderem große Kulleraugen, bunte Haare und vereinfachte Gesichtszüge (Kindchenschema). Dies entspricht gedanklich, so sagt man, einer Anlehnung an westliches bzw. europäisches Aussehen.

Jedoch treten in Manga und Anime nicht nur menschliche Figuren auf – man findet eine Vielzahl an Wesen und Gestalten, wie unter anderem Kemomimi (Menschen mit Merkmalen von Tieren wie z.B Katzenohren) oder Gijinka (ein Mensch, der sich durch Schmuck, Frisur etc. wie etwas anderes darstellt).

Mangas und Anime, das ist doch was für Kinder! Oder…? Ganz klar: Nein. In Deutschland wurden hauptsächlich Anime für Kinder synchronisiert, weshalb dieser Irrglaube bei Nicht-Kennern häufig auftritt. Jedoch gibt es Anime für absolut jede Altersklasse!

Sie befassen sich mit allen erdenklichen Themen und haben ein weites Spektrum an Genres. Um nur ein paar der bekanntesten (animetypischen) zu nennen: Magical Girl: Bezeichnet Manga/Anime rund um Mädchen mit Zauberkräften. Das typischste Beispiel hierfür ist wohl Sailor Moon. Hentai: Die deutschen verstehen darunter hauptsächlich Anime mit pornografischem Inhalt, ursprünglich ist es das japanische Wort für „abnormal“ oder „pervers“ und kann weit mehr als Pornografie beinhalten. Shōjo / shōnen : Geschichten für weibliche (oft Liebesgeschichten) bzw. männliche (oft Action/Science-Fiction) Jugendliche Yaoi: auch shōnen Ai, bezeichnet Liebe unter männlichen Charakteren. Die Hauptzielgruppe sind Frauen Yuri: auch shōjo Ai, bezeichnet Liebe unter weiblichen Charakteren, die Hauptzielgruppe sind Männer Etchi: in Japan das Gleiche wie Hentai, wird außerhalb Japans eher mit leichten sexuellen Andeutungen verbunden
Das große Coming-Out von Anime in Deutschland entstand wohl durch den Anime Sailor Moon (Erstausstrahlung am 13. Oktober 1995 auf ZDF). Gefolgt von Pokémon ( 1. April 1997) und Dragon Ball ( 30. August 1999). Nach und nach wurden Anime immer beliebter, und immer mehr Sender erkauften sich die Rechte an den beliebten japanischen Zeichentrickserien. Später folgten weitere bekannte Vertreter wie Digimon, One Piece und andere.

Die ersten Anime im deutschen Fernsehen gab es allerdings schon viel früher – Kickers (Mai 1992), Lady Oscar (März 1995), Mila Superstar (Oktober 1993) oder, und das wissen die Wenigsten, Die Biene Maja (09. September 1979).

Durch ihre Verfilmung wurden zunehmend auch die dazu gehörenden Comicbücher, die Manga, interessant. Anfangs machte man sich noch die Mühe, Manga in die westliche Leserichtung zu übersetzen. Denn ursprünglich werden sie in japanischer Leserichtung produziert und gelesen – von hinten nach vorne, von rechts nach links! Das klingt zuerst unglaublich kompliziert, jedoch gewöhnt man sich relativ schnell daran. Heutzutage findet man kaum noch Manga in deutscher Leserichtung.

Nun mag man vielleicht glauben, dass sich in Japan alles um Anime und Manga dreht – dies ist allerdings nicht so. Nicht jeder japanische Bürger interessiert sich dafür. Nicht jeder rennt verkleidet herum oder liest ständig Manga. Dennoch findet man Manga/Anime Figuren überall im täglichen Leben – in der Werbung, auf Plakaten oder auch auf Produkten.

Schließlich möchte ich noch ein paar Begriffe rund um das Thema Anime/Manga allgemein erläutern:

„Chibi“: Manchmal wird das oben erläuterte Kindchenschema bewusst „übertrieben“, das Resultat sind sogenannte „Chibis“ – ein Charakter in kindlicher und meistens kleiner, breiter Gestalt. Es handelt sich hierbei treffenderweise um das japanische Wort für „klein“.

„Doujinshi“: Als „Doujinshi“ oder „Doji“ bezeichnet man von Fans (für Fans) selbst gezeichnete Manga.

„Otaku“: Einen Manga/Anime Fan, der sehr viel Aufwand und Zeit in sein Hobby steckt, bezeichnen wir hier zu lande als „Otaku“, sprich einen „Anime/Manga – Nerd“, auch wenn der Begriff im Grunde einfach nur generell „Nerd“ oder „Geek“ bedeutet.

Zuletzt sollte man vielleicht noch den Begriff „Cosplay“ anschneiden. Es handelt sich dabei um den Trend, eine Figur aus einem Manga/Anime oder auch Computerspiel nach zu stellen. Dabei geht es aber nicht nur um das möglichst detailgetreue Kostüm, sondern auch um das nachspielen des Verhaltens der dargestellten Figur.

Im Grunde lässt sich zu jedem Abschnitt dieses Artikels noch eine ganze Menge erzählen. Ich habe mich allerdings zugunsten des besseren Überblicks für eine „Kurzfassung“ *hust*  entschieden und hoffe, dass ich einen guten Einblick in die Thematik geben konnte!