Interessiert ihr euch auch für ein Tattoo? Dieser Körperschmuck ist total beliebt. Funde belegen, dass diese geheimnisvolle und exotische Kunstform bis in die Prähistorie zurück reicht. Natürlich hat damals keiner von Tattoos gesprochen – es handelte sich einfach um Körperschmuck.

In der heutigen Zeit zeugen hervorragende Tattoos davon, dass viel Geld, Geduld, Zeit, Nachdenken und Talent in den Körperschmuck investiert wird. Damit das Endergebnis auch so aussieht, wie ihr euch das vorgestellt habt, müsst ihr klare Vorstellungen von dem Motiv haben und lange auf die Suche nach einem guten Tattoo-Studio gehen.

 

Motivauswahl

Die Motivwahl des Tattoos ist die wichtigste Überlegung. So eine Tätowierung könnt ihr nicht verstecken, ihr könnt sie nicht ignorieren und aufgeben könnt ihr dieses Tattoo auch nicht, wenn es euch nicht mehr gefallen sollte. Vielleicht denkt ihr ja jetzt, dass ein Tattoo auch wieder entfernt werden kann. Mit solchen Gedanken im Kopf solltet ihr euch lieber noch nicht tätowieren lassen. Dann wäre eventuell ein Henna-Tattoo das Richtige.

Denkt bei der Auswahl des Motives an eure Zukunft. Stellt euch die Frage, ob ihr das ausgewählte Motiv auch in 20 Jahren noch attraktiv und schön finden könnt. Namenszüge einer neuen Liebe oder der Name des Lieblingsvereins oder der Lieblingsband sind nicht das Richtige. Geschmäcker verändern sich – denkt daran! Ihr werdet durch ein Tattoo nicht nur einen ganz persönlichen, dauerhaften Körperschmuck besitzen, sondern mit dem Motiv auch eine künstlerische Aussage treffen.

picture by: Annie Spratt

Zur Motivauswahl gehört auch der Tätowier-Stil. Ihr habt beispielsweise zur Auswahl:
      
       – Tribal (kräftige, schwarze Motive – vergleichbar des Scherenschnitts)
       – Realistic (Foto-Qualität, z. B. Fotos, Naturzeichnungen)
       – Blackwork (Verwendung von Schwarz- und Grautönen)
       – Traditional (helle Farben, starke Schattierungen, kräftiger schwarzer Umriss)
       – Fineline (schwierige Linienführung, Detailreichtum)
       – Custom (Originalarbeit für den Kunden)
       – Oriental (meistens Figuren und Muster der östlichen Mythologie)

 

Auswahl des Studios

Ein Tattoo-Studio solltet ihr sorgfältig auswählen. Am besten geht ihr direkt dahin und unterhaltet euch mit den Tätowierern. Dadurch lernt ihr deren Arbeit kennen und könnt Vertrauen schaffen. Habt keine Angst davor, Fragen zu stellen. Wenn es sich um ein gutes Tattoo-Studio handelt, werden all eure Fragen beantwortet werden. Erkundigt euch nach der Arbeitstechnik und den Hygienebedingungen. Schafft euch einen Überblick über die Stilrichtung des Studios. Jeder Tätowierer hat andere Vorlieben und Stärken. Der eine arbeitet hervorragend mit Schwarz- und Grautönen – der andere hat ein fantastisches Farbgefühl. Schaut euch die Fotoalben an, die meistens in Tattoo-Studios liegen. Dort könnt ihr euch einen kleinen Überblick verschaffen und einige Tätowier-Arbeiten ansehen.

Seht euch im Tattoo-Studio die Werkzeuge und den Arbeitsplatz an. Macht alles einen sauberen und gepflegten Eindruck? Werden die Nadeln nach dem Gebrauch sterilisiert?

 

Achtet bei den Hygienebedingungen darauf, dass

       – der Tätowierer Einmalhandschuhe trägt
       – Papiertaschentücher bereit liegen hat
       – die zu tätowierende Hautstelle rasiert, gesäubert und desinfiziert wird
       – auf die Haut Vaseline aufgetragen wird, damit sie weicher wird
       – die Haut während der Sitzung immer wieder desinfiziert wird.

 

Bei den Farben solltet ihr Augenmerk darauf legen, dass:

       – die Farben in Einweg-Näpfchen gefüllt werden
       – Nadeln und Grifftücke nach Gebrauch gereinigt werden (im Ultraschallgerät)
       – beim Farbwechsel der Becher mit destilliertem Wasser gefüllt wird
       – nach der Tätowierung ein chemisches Desinfektionsmittel dazugegeben wird.

Noch besser ist es, verschiedene Tätowierer bei ihrer Arbeit zu beobachten. Das könnt ihr beispielsweise auf Tattoo-Conventions. Im großen Rahmen wird da vorgeführt, welche Tattoos man selbst besitzt und wie gearbeitet wird.

 

Pflege der Tätowierung

Von der richtigen Pflege eures neuen Tattoos hängt das Gesamtergebnis ab. Verwendet also viel Zeit mit guter Pflege. Anfangs wird die Haut nach der Tätowierung gerötet sein. Es ist ungefähr vergleichbar mit einem Sonnenbrand. Die Tätowierung wird in Folie gepackt. Das alles macht der Tätowierer. Ihr dürft die Folie aller frühestens nach einer Stunde entfernen.

Die tätowierten Hautstellen solltet ihr vorsichtig nur von Hand mit einer milden, hautneutralen Seife reinigen. Danach entweder die Haut an der Luft trocknen lassen oder vorsichtig abtupfen. Auf keinem Fall solltet ihr drüber reiben. Danach könnt ihr das neue Tattoo mit einer fettenden Salbe dünn bedecken. Diese Salbe hilft der Haut, Feuchtigkeit aufzunehmen. Die nächste Nacht solltet ihr dann keinen Verband mehr anlegen. Es reicht, wenn ihr ein T-Shirt aus Baumwolle tragt. Am nächsten Tag könnt ihr dann genauso weitermachen – wieder waschen, eincremen und nicht baden. Vier Tage lang solltet ihr diese Prozedur beibehalten. Tagsüber immer wieder mit Folie einwickeln und nachts nur im T-Shirt schlafen.

 

Die Zeit der Abheilung dauert ca. 2 Wochen. In dieser Zeit müsst ihr auf folgendes achten:
     
       – keine direkte Sonneneinstrahlung
       – kein Solarium
       – kein Sport
       – möglichst nicht viel schwitzen
       – kein Chlorkontakt
       – nicht baden
       – nicht im Meerwasser schwimmen
       – nicht kratzen
       – nicht reiben
       – keine engen Klamotten tragen
       – kein Schmutz und kein Staub auf den tätowierten Hautstellen.

 

Entfernung des Tattoos

Vielleicht habt ihr euch ja schon tätowieren lassen und seid unzufrieden mit der Arbeit oder dem Motiv. Dann müsst ihr nicht gleich an eine Tattoo-Entfernung denken. Eventuell reicht ja ein Cover up. Dabei wird ein neues Tattoo über das alte Motiv gestochen. Billig sind solche Cover ups meistens nicht, aber es lohnt sich, wenn ihr euch endlich wieder gern im Spiegel betrachten könnt.

Manchmal funktioniert auch kein Cover up mehr – das Tattoo muss weg! Dafür eignet sich die Lasermethode. Das Tattoo wird dabei mit einem Laser zersprengt. Wenn ihr allerdings schon beim Tätowieren mit Entzündungen reagiert habt, kommt für euch eine Laserentfernung nicht in Frage. Beim Zersprengen der Farbpigmente durch den Laser können nämlich manche Farben giftige Stoffe bilden oder Schwermetalle hinterlassen.

Es gibt noch weitere Methoden der Entfernung von Tattoos. Das sind beispielsweise:
      
       – Dermaabrasion (Abschleifen der Haut)
       – Chemisches Peeling
       – Einsatz von Säuren.

Jede Tattoo-Entfernung hinterlässt Spuren – das muss euch immer bewusst sein! Manche sind auffälliger, andere weniger – das hängt von der Tätowier-Tiefe, vom Verfahren und von den Farbstoffen ab. Überlegt euch deshalb gut, wie ihr gekonnt und sicher zu euren Wunsch-Körperschmuck kommen könnt.