Es ist erwiesen das der Mensch sowie der Affe den gleichen Vorfahren hat, nur haben sich beide in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Das Erbgut von Schimpansen gleicht dem des Menschen sogar zu 98%, die Unterschiede sind jedoch klar erkennbar. Das Gehirn des Menschen ist enorm viel größer als das eines Menschenaffen, die Füße besitzen keine Greiffunktion tragen allerdings das gesamte Körpergewicht, ihre Vorderextremitäten sind länger als die hinteren, die Behaarung ist stark zurückgegangen, die Schnauze hat sich zurückgebildet und durch die bewegliche Zunge, den gewölbten Gaumen und die tiefe Lage des Kehlkopfes ist uns die Sprache möglich. Zudem fehlt dem Menschenaffen das entscheidende Gen FOXP2 welches beim Menschen für die Steuerung der Muskeln in Lippe und Zunge verantwortlich ist und uns hilft längere Sätze zu verstehen.

Hominidae (Menschenartige) umfassen vier Gattungen mit insgesamt sieben Arten. Gorillas (Westlicher und Östlicher Gorilla), Pan (Schimpansen und Bonobos), Pongo (Borneo-Orang-Utan und Sumatra-Orang-Utan) und der Mensch. Trotz der offensichtlichen Unterschiede gibt es auch Gemeinsamkeiten zwischen Menschen und Menschenaffen, zum Beispiel im Sozialverhalten. Sie leben in gut definierten sozialen Gruppen und weisen ein klares territoriales Verhalten auf. Außerdem besitzen sie ein nachgewiesenes Selbstbewusstsein und die Fähigkeit zu denken, zu planen und zu fühlen. Zudem weisen sie eine teilweise ähnliche Mimik auf wie z.B. Lächeln was für Friedfertigkeit und guten Willen steht. Große sowie kleine Menschenaffen besitzen zudem keinen Schwanz. Gorillas und Schimpansen sind genetisch sogar näher mit dem Menschen als mit dem Orang-Utan verwandt.

Es gibt zwei Arten von Gorillas mit jeweils zwei Unterarten und alle stehen auf der roten Liste. Durch Wilderei und die Zerstörung ihrer Lebensräume durchstreifen nur noch knapp 300 Cross River-, 5000 Östliche Flachland- und 720 Berggorillas den Dschungel. Mit ca 90000 Tieren ist der Bestand der Westlichen Flachlandgorillas noch am wenigsten bedroht. Allerdings ist dies eine Zahl die anzuzweifeln ist, dar Wilderei, der Eingriff in ihren Lebensraum sowie die Ausbreitung des Ebola-Virus die Bestände wohl mittlerweile stark dezimiert haben.

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Schimpansen werden in vier Unterarten gegliedert, Westafrikanischer-, Zentralafrikanischer-, Ostafrikanischer- und Nigeria- Schimpanse. Der Bonobo zählt zu den Zwergschimpansen und lebt in den mittleren und südlichen Teilen des Kongo, dies ist der einzig bekannte Lebensraum dieser Art. Er gilt neben seinen Artgenossen als nächster Verwandter des Menschen, ist jedoch am wenigsten erforscht. Auch die Bestände der verschiedenen Schimpansenarten sind stark bedroht, Straßenbau, Rodung, das Halten als Haustier sowie der illegale Handel mit ihrem Fleisch tragen dazu bei das sie dramatisch abnehmen. In den 1960er Jahren galten sie als Versuchstiere für medizinische Forschung. Vorallem Schimpansen nutzen Werkzeuge, sie öffnen Nüsse mit hilfe von Steinen, angeln Termiten mit Stöcken aus ihren Bauten und wehren sogar Angriffe von Leoparden ab indem sie Knochen als Waffe verwenden.

Ebenfalls zu den großen Menschenaffen zählen die Orang-Utans, sie sind die größten baumlebenden Säuger. Sie bewegen sich hangelnd und sehr langsam über die Bäume und leben in verstreuten Gemeinschaften mit gelegentlichen Kontakten. Auch sie sind durch das Abholzen der Regenwälder, illegalem Handel mit ihren Jungen als Haustier und die Jagd auf sie aufgrund der Nachfrage nach sogenanntem Wildfleisch stark bedroht.

Durch die starken Ähnlichkeiten fordern nun Wissenschaftler, Tierrechtler, Biologen und Philosophen überlebenswichtige Grundrechte für die vier Arten der Menschenaffen. Das Jagen, Halten unter unwürdigen Bedingungen, Tierversuche an großen Menschenaffen und das Zerstören ihrer Lebensräume soll nun strafbar werden. Es heißt nur Menschen fertigen Werkzeuge vorausschauend, bewahren sie für zukünftigen Gebrauch auf und lösen komplexe Aufgaben mit verschiedenen Werkzeugen in logischer Reihenfolge. Jedoch sind auch Schimpansen dazu in der Lage. Ebenso geben sie die erlangten Fertigkeiten an zukünftige Generationen weiter. Diese Art von Kulturbildung wurde auch bei Orang-Utans festgestellt. Außerdem gibt es im Krefelder Zoo Affen die malen und deren Werke sogar verkauft werden. Trotz der fehlenden Möglichkeit sich per Sprache miteinander zu verständigen, wurde ein anderer Weg zur Kommunikation gefunden. Taubstummensprache (American Sign Language) dient als Sprachrohr zwischen Mensch und beispielsweise Gorilla. Sie sind in der Lage mehrere hundert solcher Gesten und Zeichen zu erlernen, zudem kombinieren sie von allein erlernte Begriffe um sich mitzuteilen. Menschenaffen sind zudem in der Lage ihre Pfleger humorvoll auf die Schippe zu nehmen.

Nun ist die Frage: Wie kann es sein das ausgerechnet das uns genetisch und im sozialem Bereich ähnlichste Tier auf diesem Planeten von uns ausgerottet wird? Wie kann es sein das nach all den Erkenntnissen über die großen Menschenaffen die Ähnlichkeiten bestritten werden? Ich bin der Meinung das Tiere die eine solche Intelligenz vorweisen unbedingt beschützt und weiterhin erforscht werden müssen! Es ist unbedingt notwendig das ihre Lebensräume geschützt werden und Menschen die diese wundersamen Geschöpfe töten eine gerechte Strafe bekommen. Ich bin absolut für die Einrichtung von Grundrechten für Menschenaffen und hoffe das bald Ergebnisse zum Schutz dieser Arten erkennbar werden.