Man hört es überall! Gamer stehen im Allgemeinen in einem unguten Bilde. Durch die Medien wird dieses auch nicht gerade aufpoliert. Nicht zuletzt ist die Fernsehindustrie mit den Gamern auf Kriegsfuß, weil die favorisierte Weise der Informationsverbreitung schon länger nicht mehr das Fernsehen, sondern das Internet ist! Schlechte Hygiene, wenig Schlaf, keine oder nur wenig soziale Kontakte!- So etwas wird den Gamern zugerufen. Ich will nicht bestreiten, dass es Extrembeispiele gibt, die diese Vorurteile bestätigen. Dennoch ist es selbsterständlich, dass dies nicht auf jeden zutrifft, der jemals ein Spiel in der Hand hatte.

 

Quelle: 4gamers.net

Doch was bedeutet „gaming“ eigentlich? Die direkte Übersetzung ins Deutsche ist da nur oberflächlich aufschlussreich. SPIELEN ist das deutsche Wort, doch ist mit diesem „Spielen“ nicht etwa das Bauklötzchenstapeln im Kinderzimmer, sondern viel mehr das Spielen auf Konsolen und (oder) dem Computer gemeint. Im Allgemeinen kann man jeden Menschen, der schon einmal ein Videospiel gespielt hat, einen Gamer nennen, doch das wäre natürlich viel zu einfach. Deshalb unterscheiden wir zwischen dem Casual(=beiläufig, Gelegenheit) und- dem Hardcore-Gamer(=eingefleischt, unnachgiebig, kompromisslos). Und was macht einen Gamer aus? Wenn wir also nur zwischen diesen beiden Gruppen unterscheiden, ist es einfacher, sich ein Gesamtbild zu erschaffen. Fangen wir mit den Gelegenheitsspielern an: Die Casualgamer sind im Normalfall nicht wirklich an dem hype(=promotion, aufmachung) von den großen Spieletiteln interessiert. Sie mögen kleinere, detailverliebte Spiele. Puzzle-oder einfache Handygames sind hier meistens die erste Wahl! Natürlich treffen auch andere Spiele den Geschmack der Casualgamer. Viele Indiegames (=Nicht gebunden an große Spielefirmen) haben eben diese Casualgamer als Zielgruppe ausgewählt und erschaffen kleine, aber unfassbar detailreiche Welten (sodass sich jeder daran erfreuen kann). Gute Beispiele dafür sind unter anderem Transistor, Garry’s Mod, DayZ, The binding of Issac oder Starbound.

 

Das genaue Gegenteil zu dem Gelgenheitsspielern sind die Hardcoregamer – ebenso die Spieler, die ihre Namen in den obersten Plätzen der Rangliste sehen wollen. Competitive (=wettbewerbsfähig) Games sind hier bevorzugt. Für Hardcore Gamer ist Gaming ein Kulturgut und die Identifikation mit dem Spiel bedeutet ihnen alles. Dabeisein ist eine Sache, die sich die Hardcoregamer nicht nehmen lassen! Ob in Conventions oder einfach bei Freunden – das Lieblingsspiel ist Gesprächsthema Nummer 1! Und das Mitfiebern der Pro-gamer gehört dazu! Die proffessionelle Szene ist schon seit langer Zeit eine riesengroße Nummer in Korea und das greift jetzt auf die westliche Welt über! Eines der größten Beispiele für diese Gamingkultur ist E-Sports mit den World-Cyber-Games oder dem momentan am meist gespielten und angeschauten Moba (Multiplayer Online Battle) League of Legends (27 Millionen Spieler täglich!) Die LCS (League Champion Series) erreicht Viewerzahlen von mehreren Millionen Usern! Mit wöchentlichen Livestreams und Veranstaltungen in mehreren Ländern, locken sie tausende begeisterte Zuschauer und Fans. Auch Spiele wie Call of Duty, DotA und andere werden in proffessionellen Ligen mit massiven Preisgeldern und Fanmeilen gespielt und im Wettbewerb gehalten.

Quelle: gamersagainstbigotry.org

 

So. Was nun ist ein Gamer?

 

Jeder kann sich einen Gamer nennen, wenn er eines oder mehrere Spiele liebt, es genießt, sich darüber zu unterhalten und gerne auch mal in Erfahrung bringt, wie man seine Publisher unterstützen kann oder ob schon neue Games in Aussicht sind! Gaming ist eine wachsende Kultur und ist schon lange kein Herumblödeln mehr. Die proffessionellen Ligen gibt es bereits länger als 15 Jahre und sie wurden sogar als olympisch anerkannt. Wir freuen uns auf jeden, der sich gerne einen Gamer nennt und seinen Dampf oder seine Meinung in Beiträgen zum Ausdruck bringt.